Abschied nehmen vom geliebten Tier

(Autor bekannt)

Als ich meinen ersten Hund verlor war ich allein mit meinem Schmerz. Plötzlich war nichts mehr so wie es war. Schlagartig ist nichts mehr wie vorher, es fehlen die vertrauten Geräusche, die gewohnten Tätigkeiten, wie Futter zubereiten, spazieren   gehen. Kein Pfötchen, was einem, wenn der Wecker klingelt ins Gesicht patscht, kein Spielzeug das im Weg liegt. Es herrscht lähmende Ruhe.

Es fällt schwer anderen die so etwa noch nie erlebt haben oder kein Tier haben zu erklären, wie es einem geht.

Kaum einer verstand meine Trauer um unseren geliebten Hund. „Es war doch „nur“ ein Hund, warum heulst du?“ So wurde ich oft mit Kopfschütteln belächelt.

Nein es war nicht nur ein Hund, es war eine Freundin, eine Weggefährtin die mich durch dick und dünn begleitet hat. Der Schmerz um sie ist nicht mit Worten zu beschreiben und ich fragte mich ob das noch normal ist. Unsere Katze, die mit ihr ein untrennbares Gespann gebildet hatte, trauerte so schlimm um ihre Freundin, dass sie nur wenige Monate nach ihr an gebrochenen Herzen starb.

Zu dieser Zeit gab es noch keine Plattform im Internet und ich musste mit meiner Trauer allein fertig werden.

Vor über einem Jahr ist es nun wieder passiert und wir mussten unsere kleine Holländerin über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Zeit, uns auf ihren Tod vorzubereiten hatten wir nicht, es dauerte nur 5 Tage bis wir sie erlösten.

Diese Tage waren sehr schwer für uns, wie gerne hätten wir ihre Schmerzen getragen, ihr ihre Jugend zurückgegeben. Viele heimliche Tränen sind geflossen, wussten wir doch im Inneren das der Abschied naht.

Es kam der Tag! Ihr Zustand hatte sich so drastisch verschlechtert das jede Stunde Leben nur noch Qual bedeutet hätte. Wir nahmen unsere Maus fuhren mit ihr unter Tränen zum Tierarzt. Vertrauensvoll schlief sie in meinen Armen ein.

Auf anraten unseres Tierarztes gaben wir unseren beiden Hündinnen die Möglichkeit sich zu verabschieden, da auch Tiere sehr individuell trauern. Die Art der Trauer ist hier sehr unterschiedlich, wobei viele Umstände eine Rolle spielen, insbesondere natürlich, wie lange und intensiv die Tiere zusammen waren. Bei uns war es ein sehr intensives Zusammenleben, denn unsere drei Mädels waren kaum getrennt und waren ein sehr inniges liebevolles Gespann.

Ich legte meine Maus mit ihrer Decke auf den Boden und ließ unsere beiden Mädels zu ihr. Was nun passierte kann man kaum glauben, wenn man es nicht erlebt hat. Beide Mädels stupsten sie mit den Pfötchen an, um sie zum Aufstehen zu animieren. Als das nicht funktionierte stellten sie sich vor sie, leckten sie vorsichtig ab, heulten leise. Starr mit regungslosem Blick standen sie mindestens eine halbe Stunde da und man konnte nur leise Laute, die ich nicht deuten kann, vernehmen. Irgendwann hatten sie verstanden, dass unsere Kleine nicht mehr da war.

Danach verließen sie den Raum und gingen wieder nach oben.

Es dauerte noch ca. 2 Monate bis der Lieblingsplatz von meiner Maus in Beschlag genommen wurde.

Meine Trauer dauert immer noch an und die tolle Zeit die wir miteinander hatten trage ich tief in meinem Herzen. Dank eines virtuellen Tierfriedhofes, dem Verständnis und Zuspruch, den ich dort erlebt habe und der Möglichkeit unserer Maus eine Grabstätte schaffen zu können, kann ich damit besser umgehen.

Auch unsere Tiere haben eine Seele und Gefühle und dieses sollte man nie vergessen.

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